· 

Unsere Unsicherheit zum Thema Freilaufen - Schleppleinen Training

Herzlich Willkommen zu einem neuen Trainings- Blog. Wir widmen uns dem Thema Freilauf. Jeder der uns kennt, weiss das wir die Hunde meist an der Leine haben. Wieso das so ist? Erfährst du gleich unten. Nein keine Angst unsere Hunde sind nicht aggressiv! Unsere Geschichte und unser weiteres Vorgehen mit der Schleppleine findet ihr alles in diesem Blog. Viel Spass beim Lesen!


Was dahinter steckt - unsere Geschichte

Yoko

Immer wieder werden wir gefragt, weshalb wir unsere Hunde nicht freilaufen lassen. Dahinter steckt auch eine Geschichte. Da sind wir, Frauchen und Herrchen Schuld. Denn ich muss ehrlich gestehen wir besitzen noch viel Unsicherheit. Wieso? Das erzähle ich euch nun.

 

Als Yoko noch ein Welpe und genau in der Prägungsphase war, also so zwischen der 8. und 16. Lebenswoche, gingen wir gemütlich das erste Mal in die Hunde-Badi. Yoko hatte sehr den Plausch er durfte frei herumlaufen und da passierte es. Er hatte so Freude das er umher sprang und von weitem sahen wir plötzlich ein (ich glaube) Riesenschnauzer der volle Pulle auf uns zu rennt. Ich dachte mir nichts dabei, doch plötzlich kam er Näher und Näher, er packe Yoko an den Hüften und schmeisste ihn durch die Luft. Mein Freund packte diesen (sorry) scheiss Hund und riess ihn weg! Der Besitzer kam mit einer Gemütlichkeit von weit hinten und fragte ob es Yoko gut geht? Wir waren so geschockt und packten Yoko und drückten ihn fest an uns. Zu diesem Zeitpunkt sahen wir die Wunde noch nicht. Nachdem wo der Scheisskerl gegangen ist haben wir die Bisswunde entdeckt. Es war der grösste Fehler von uns, die Daten nicht zu notieren, denn wer weiss, ob der Hund das schon mehrmals gemacht hat!? Nun war der schöne Tag zu Ende und wir fuhren schnell nach Hause um die Bisswunde zu desinfizieren. Zum Glück hat es Yoko nicht mehr erwischt! Doch leider merkt man, dass es ihn geprägt hat. Denn er bellt grosse Gestalten oder auch Hunde an und hat sehr Angst und kann sich dann kaum beruhigen!

 

Deshalb sind wir sehr unsicher, was freilaufen angeht. Und haben davor auch Respekt! Yoko gehorcht den Rückruf doch recht gut und liebt es frei zulaufen! Doch es ist unser Ding, weshalb wir sie so selten freilassen. Also bevor man urteilt oder ein doofen Spruch abgibt, bitte nach der Geschichte oder dem Hintergrund fragen! Und das gilt allgemein zum Leben, nicht nur zu Hunden! Solche Sachen machen mich sehr schnell stinkig! 

 

Urteile nicht über das Leben anderer. Jeder hat einen Weg hinter sich, von dem du nicht weisst, ob du ihn so hättest gehen können. 

East

Ja nicht nur Yoko ist der Grund, sondern auch unser kleiner, grosser East. Auch wir haben Macken und sind nicht perfekt. East liebt andere Hunde, wenn er einen anderen Hund sieht ist es vorbei, dann hört und sieht er nichts anderes mehr. Deshalb funktioniert der Rückruf noch nicht zu 100 %.

 

Zudem ist er momentan sehr im Jagdmodus. Was ein ganz normaler Instinkt ist, jedoch müssen wir ihn kontrollieren können.


Deshalb wir sind fleissig am üben! Wir waren bezüglich diesem Thema auch schon beim Hundetrainer und wissen genau was zu tun ist, nur leichter gesagt als getan!

Zu diesem Thema findet ihr hier: Gründe weshalb man Leckerlis dabei haben sollte mehr Tipps zum bezüglich bellen oder Leine ziehen.  

 

Wir holen uns diesen Donnerstag doch noch eine zweit Meinung von einer anderen Hundetrainerin ein und sind gespannt wie wir all diese Themen angehen können!

 

Mir geht es besonders beim Freilauf um den Rückruf, dass die Hunde ohne zu Zögern zu einem zurückkommen und genau da liegt noch unser Problem, was wir fleissig üben müssen.

 

Niemals aufgeben! 


Was nun?

Doch was machen wir nun? Wir können uns nicht die ganze Zeit hinter unserer Unsicherheit und Angst verstecken. Deshalb müssen wir den Rückruf nun zu 100 % lernen. Besser gesagt noch besser lernen, denn eigentlich können die beiden es ja, wenn sie auch gerade Lust haben. Wir führen das Training bei East durch, da er es mehr braucht als Yoko. Und vergisst nie Spass in das ganze Training mit zu nehmen!

Schleppleinen-Training

Wir haben uns nun für die Schleppleine entschieden, da die Hunde fast frei sind und doch haben wir noch die Kontrolle. Doch wie geht so ein Schleppleinen- Training? Das zeige ich euch hier!

 

Zu Hause verfolgen unsere Hunde auf Schritt und Tritt und dies seit Welpe an. Doch draussen ist die Welt viel interessanter und da sind Kommandos gar nicht mehr so wichtig. Da ein Vogel, dort eine Katze und jede Menge, leckere Düfte.

Deshalb ist in solchen Situationen eine Schleppleine ein perfektes Hilfsmittel, um den Hund aus einer Distanz zu erinnern, was Kommando «hier» eigentlich bedeutet.

Es gibt verschiedene Längen, fünf, zehn oder fünfzehn Meter. Wir haben die zehn Meter Leine gewählt. Die Schleppleine ist ein grossartiges Mittel, um den Aussenfokus des Hundes „nach innen“, auf seinen Menschen, zu lenken. Dies gilt auch für ängstliche Hunde, die nie von der Seite des Menschen weichen. 

 

Natürlich gibt es wie bei jedem anderen Hilfsmittel Vor- und Nachteile. Es gibt auch hier Hasser, aus diesem Grund vielleicht, weil sie womöglich die Schleppleine falsch eingesetzt haben und dem Hund nun geschadet haben. Was auch immer, ich bin offen für Neues und bin jetzt schon ein Fan davon!

Nun ist es wichtig ein Brustgeschirr zu verwenden, denn beim wirklichen eingreifen kann man den Halswirbel schaden, wenn man ein Halsband trägt.

So geht's

So geht’s: Die Schleppleine schleift am Boden hinter dem Hund her. Es sollte am besten eine Plastik/ Biothane Leine sein, denn sonst hängen sich Büsche oder Äste ein. Und Zudem kann man diese bei jedem Wetter benutzen. Wichtig sind auch gute Schuhe um im richtigen Zeitpunkt auf die Leine treten zu können. Aber Achtung! Beim Durchrutschen der Schleppleine durch die Hand können Brandverletzungen entstehen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Hund das Kommando «hier» schon ein wenig beherrscht! Und ja ich spreche aus Erfahrung mich hat es auch schon erwischt und bin am Boden gelandet! :-D

 

Nun ist es wichtig in einer ruhigen Umgebung zu trainieren. So ist der Hund nicht abgelenkt. Zu Beginn arbeitet man mit der Schleppleine in der Hand, verkürzt auf etwa vier Meter. Wenn man später mit der ganz langen Schleppleine arbeiten, sollten man diese nicht mehr in die Hand nehmen, weil man einen grösseren Hund einfach nicht halten kann.

  1. Ein Hund schnüffelt herum und kümmert sich nicht um Frauchen oder Herrchen, bis er plötzlich «hier» hört. Wenn nun der Hund kommt, wir er richtig belohnt, sei es mit Wurst oder Lieblingsleckerlies. Sobald der Hund nun Blickkontakt aufnimmt wird er wieder und wieder belohnt. Jedes Mal, wenn der Hund nun uns überholt, wechselt man sofort die Richtung.
  2. Folgt aber nun ein Moment, in dem der Hund nicht aufmerksam ist, schnüffelt oder einen anderen Hund sieht, wird wieder gerufen. Wenn dies nicht funktioniert, erfolgt eine Leinenimpuls, kein zerren! Das ist nicht der Zweck der Schleppleine. Der Hund soll einfach die Bewegung der Schleppleine spüren. Denn so nimmt man den Hund wieder zu sich zurück – aus der Situation raus.
  3. Wenn der Hund jetzt guter Blickkontakt hat, beginnen wir mit der Richtungswechsel. Das heisst, ohne Ankündigung ändert man die Richtung, nach links oder rechts. Der Hund wird sich schnell auf den Menschen konzentrieren. Wenn der Hund also sich zuwendet wird IMMER gelobt! Wichtig, im gesamten Training verwendet man immer die Schleppleine, egal wo hin. Freilauf gibt es in dieser Zeit nicht, bis der Rückruf einwandfrei klappt. Keine Angst, der Hund gewöhnt sich an die Schleppleine und darf auch trotzdem spielen!
  4. Mit dem Leinen Training kann man den Hund erinnern, was man mit «Nein» meint. Deshalb korrigieren wir ungewolltes Verhalten des Hundes. Dem Hund wird erst per Ansprache mit «Nein, komm hier» die Möglichkeit gegeben sich an uns zu orientieren. Doch wenn er dann nicht hören will, setzen wir die Korrektur ein, dann tritt man auf die Schleppleine und stoppt den Hund.

Das Verhalten wird somit von aussen abgebrochen, aber der Hund verbindet die Korrektur mit der Schleppleine.

Ich habe gelesen, dass die Trainingsdauer ein Jahr dauert. Ja hat mich hat es auch geschockt, doch wenn man danach einen gut erzogenen Hund fürs Leben hat, ist es wenig…

 

Man kann sich auf doofe Kommentare vorbereiten, da es viele Kritiker gibt, doch lasst euch nicht unterkriegen – niemals!

Wir wünschen euch und natürlich auch uns selber ganz viel Erfolg und immer Spass!!!

 

Bis ganz Bald!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0